Vielen Dank für Ihre Treue!!!
Ich habe mich tatsächlich ein wenig verspätet – bitte entschuldigen Sie das.
Während ich den Schnee betrachte, der sich endlich herablässt, uns zu begrüßen, unsere Straßen, Städte und Dörfer mit seinem schönen weißen Mantel bedeckt und so die Kakophonie besänftigt, an die wir uns gewöhnt haben, kann ich nicht anders, als an meine erste Begegnung mit dieser Dame zu denken – abgesehen von den Wintersportmomenten in unseren Pyrenäen.
Das ist genau 41 Jahre her.
Frisch ernannt zur Vertriebsmitarbeiterin für den deutschen Markt bei einem der größten Bordeaux-Weinhändler – Januar 1985 – stehe ich am Gate Bordeaux–Frankfurt. Mietwagen bei der Ankunft. Die Bordelaiserin mit ihrem hübschen kleinen Mantel, meinen wunderschönen Pumps 👠, ohne Handschuhe und ohne Kopfbedeckung, dazu ein paar Musterflaschen (die Fluggesellschaften waren damals deutlich entspannter als heute).
Ziel: Heidelberg. Termin mit dem damaligen Importeur, einem gewissen Herrn Steingass.
Frankfurt im Schnee – keine Panik. Ich mache mich mit meiner Straßenkarte auf den Weg, nicht ganz so sicher. Kein Handy, Deutsche Mark in der Tasche. Kurz gesagt: die klassische Ausrüstung aus der Zeit vor GPS.
Das Auto, ein Alfa Romeo, beschloss nach 100 km, dass seine Scheibenwischer genug gearbeitet hätten und meinte nur noch: „Ora basta“.
Ich hätte von der Autobahn abfahren, ein Telefon suchen und die Situation erklären können – nein!!!!!
Die Gallierin hatte beschlossen, die deutschen Schneeflocken zu besiegen.
Also öffnete ich das Fenster, der Schnee fiel dicht, meine Hände übernahmen die Aufgabe dieser verfluchten Scheibenwischer – und so kam ich, durchgefroren und klatschnass, in Heidelberg an.
Endlich fand ich eine Telefonzelle, um meinen Ansprechpartner zu erreichen.
Er holte mich ab und war ehrlich gesagt völlig sprachlos bei meinem Anblick.
Ich bekam erst einmal einen heißen Wein (meine Entdeckung des Glühweins). Er lächelte freundlich, als er meine ruinierten Pumps sah, meine vom Frost geröteten Hände, meine Haare noch mit Schneeflocken übersät, mein hochrotes Gesicht – kurz gesagt: zum Schämen.
Doch wie bei jedem Unglück gibt es auch etwas Gutes:
Er kümmerte sich um den Kontakt zu seinem Mechaniker, probierte die Weine nicht einmal, gab direkt seine erste Bestellung auf und rief seine liebenswerte und sehr hübsche Ehefrau an, die zu Ehren meiner Hartnäckigkeit ein Festmahl zubereitete.
Wir haben viel gelacht. Ein überaus herzlicher Abend!
So begann eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit – auch wenn er mich noch lange damit aufgezogen hat.
Aber immerhin: Die Lektion saß.
Ein bisschen weniger bordelaiserische Eleganz und ein bisschen mehr deutsches Auto.
Nochmals ein frohes neues Jahr! 🍷❄️